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Dezernat 5

Stabsstelle des Dezernenten

Psychische Gefährdungsbeurteilung


Psychische Belastungen in der Arbeitswelt

Durch die stetige Zunahme psychischer Erkrankungen, als Folge eines gesellschaftlichen Wandels und möglicherweise einer größeren Sensibilität gegenüber diesen Krankheiten, ist die Arbeitswelt mit ihren Auswirkungen auf den Menschen als wichtiges Feld präventiver Maßnahmen stärker in den Fokus gerückt ist.

Anlass für die explizite Aufnahme der psychischen Belastungen in das Arbeitsschutzgesetz waren, neben allgemeinen Veränderungen in der Arbeitswelt wie z. B. der zunehmenden Arbeitsverdichtung durch Rationalisierung, dem steigenden Durchschnittsalter der Beschäftigten sowie der längeren Lebensarbeitszeit, die Ergebnisse des "Stressreports Deutschland 2012" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Diese wiesen auf einen dringenden Handlungsbedarf hin, da schon seit geraumer Zeit psychische Erkrankungen die häufigste Krankheitsursache sind. Diese verursachen die längsten Fehlzeiten (vgl. Gesundheitsreporte der Krankenkassen) und eine hohe Zahl an Frühverrentungen und sind, neben den schwerwiegenden Folgen für den einzelnen Menschen, mit immensen gesamtgesellschaftlichen Folgekosten verbunden.

In einer aktuellen Langzeitanalyse der Versichertendaten der DAK aus den Jahren 1997 - 2018 (DAK Psychoreport 2019) zeigte sich, dass sich die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen von 1997 im Vergleich zu 2018 verdreifacht hat.

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die Einfluss darauf nehmen, ob ein Mensch im Laufe seines Lebens psychisch erkrankt, wie z.B. die genetische Prädisposition, die individuelle biographische Lebensgeschichte, die Persönlichkeit, Bewältigungsstrategien beim Umgang mit belastenden Ereignissen, protektive Faktoren und vieles mehr. Während der eine Mensch unter bestimmten Bedingungen erkrankt, bleibt der andere gesund. Dieser wichtige individuelle Faktor sollte bei der Betrachtung der Thematik nicht gänzlich aus dem Blick geraten.

Depressionen sind die häufigste psychische Erkrankung. Folgende Risikofaktoren am Arbeitsplatz können die Entwicklung einer depressiven Erkrankung begünstigen (Rau 2010):

  • eine hohe Arbeitsintensität,
  • geringe soziale Unterstützung,
  • soziale Stressoren z.B. Konflikte oder Schwierigkeiten mit Kollegen/innen, Vorgesetzten, negatives Arbeitsklima, soziale Isolation.
  • ein Ungleichgewicht zwischen Leistung (Anstrengung) und Belohnungen (z.B. Gehalt, Anerkennung, Wertschätzung, Möglichkeiten beruflichen Aufstiegs).

Psychische (Fehl-)Belastungen stehen aber auch im Zusammenhang mit körperlichen Beschwerden und Erkrankungen wie z.B. Herzkreislauferkrankungen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder Magen-Darm-Erkrankungen. In einer akuten Stresslage wird der Körper durch die Ausschüttung von Hormonen und neuronalen Botenstoffen aktiviert, um eine möglicherweise lebensbedrohliche oder als schädigend bewertete Situation zu bewältigen. Ein anhaltender Stresszustand kann durch die permanente Bereitstellung von Energie vielfältige körperliche und psychische Erkrankungen nach sich ziehen. Erschöpfung, Übermüdung und mangelnde Konzentrationsfähigkeit wiederum sind Risikofaktoren für Arbeitsunfälle.

Ein empirisch belegter arbeitsbezogener Risikofaktor für psychische und kardiovaskuläre Erkrankungen ist eine hohe Arbeitsintensität, die mit einem geringen Handlungsspielraum und niedriger sozialer Unterstützung einhergeht (vgl. BAuA 2014, Beck 2017).

Die Ergebnisse veranschaulichen, dass es Arbeitsmerkmale gibt, die sich je nach Ausprägung positiv oder negativ auf die Beschäftigten auswirken können.

Beispielsweise sind Anerkennung und Wertschätzung durch Vorgesetzte die bedeutendste psycho-soziale Ressource. Für Beschäftigte in der 2. Hälfte des mittleren Lebensalters (Frauen über 45, Männer über 50) hat das Vorgesetzten-Verhalten den stärksten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. Giesert, 2010; Ilmarinen & Tempel, 2002). Personen, bei denen die Anerkennung und Wertschätzung durch die Vorgesetzten zunimmt, haben eine 3,6-fach erhöhte Chance, ihre Arbeitsfähigkeit zu verbessern, während eine Abnahme das Risiko der Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit um das 2,4-Fache erhöht. Vorgesetzte tragen maßgeblich z.B. durch ihr alltägliches Kommunikations-, Entscheidungs- und Konfliktverhalten zum gesundheitlichen Wohlbefinden ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei (Badura et al. 2008, S. 161).

Auch in einer Metaanalyse zum Zusammenhang von Führungsverhalten und Gesundheit von Gregersen et al. (2011) zeigte sich, dass die soziale Unterstützung durch Vorgesetzte mit einer höheren Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten einhergeht und einen positiven Einfluss auf deren Gesundheit hat. Eine gesundheitsförderliche Wirkung konnte z.B. in Bezug auf die Bereitschaft des Vorgesetzten, den Beschäftigten Mitbestimmung und Beteiligung einzuräumen sowie in Bezug auf Anerkennung, Wertschätzung und der Art Kommunikation mit dem Vorgesetzten bestätigt werden. Das Führungsverhalten kann also je nach Ausprägung sowohl als Stressor oder als gesundheitsförderliche Ressource wirken.

Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, Arbeitsbedingungen gesundheitsförderlich zu gestalten und Faktoren, die belasten und krankmachen können, möglichst gering zu halten oder zu vermeiden.

(aktualisiert am 03.12.2020)

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Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Arbeit und psychische Belastungen finden Sie zum Beispiel auf den Seiten der Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie" unter https://www.gda-psyche.de

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